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queensland - ein traum <3

huhu ihr alle, die immer fleißig meine texte lest. 4 tage der letzten woche konnte ich, dank mama und papa sowie meiner austauschorganisation in queensland verbringen. queensland ist einer der staaten in australien und liegt nördlich von new south wales, dem staat in dem ich lebe. er ist bekannt für seinen starken sonnenschein, wunderschöne strände, das great barrier reef und den tropischen regenwald.

morgens um 7 stieg ich also voller vorfreude in den flieger von sydney nach cairns. dort angekommen lernte ich auch schon brody kennen. nachdem ich bestimmt schon eine halbe stunde mit ihm geredet hatte , stellte sich heraus, dass er gar kein austauschschüler war, sondern als eine art reiseleiter an der tour teilnahm. offensichtlich hat die scce-organisation momentan probleme innerhalb der 'arbeiter' und musste deswegen ihn nach cairns schicken, obwohl er auch erst 18 ist. ca ein und eine halbe stunde liefen wir also den strand entlang und warteten darauf, dass auch die anderen teilnehmer eintrudelten. gegen 12h mittags war es dann soweit und die gruppe war vollständig. mitreisende waren neben den deutschen (laura, laura, johanna, johanna, franzi und meiner wenigkeit) auch zwei mädchen und zwei jungen aus italien, ein amerikaner aus new mexico, zwei norweger, viele viele österreicher und eine französin. schnell chekcten wir in dem kleinen und gemütlichen bagpackerhotel ein und spurteten gemeinsam in die stadt, um leckereien fürs mittagessen zu besorgen.

danach warfen sich alle in ihre badeanzüge, bikinis und schwimmhosen und hüpften in den kleinen bus, der uns zum fluß bringen sollte. waterrafting stand auf dem programm. der reiseleiter weihte uns auf der busfahrt kurz und bündig in die sicherheitsvorkehrungen ein und führte vor, wie die schwimmwesten und helme richtig getragen werden. eingepackt in rotem plastik bildeten wir kleine grüppchen und teilten uns auf die boot auf. jede gruppe bekam auch einen führer zugeteilt, da die strecke sonst zu gefährlich war. unser führer hatte langes braunes haar und tatoos an beiden armen. schnell fanden wir heraus, dass es ein ziemlicher scherzkeks war und uns das abenteuer noch amüsanter gestaltete. während unser boot also unkontrolliert durch die wellen geschleudert wurde, da wir viel mehr mit lachen und rumalbern als mit paddeln beschäftigt waren, machte er sich noch einen spaß daraus, uns aus dem boot zu werfen und danach mit voller kraft wieder heraufzuziehen und aufeinander im boot zu stapeln. ohne neue armmuskeln, allerdings mit bauchschmerzen kamen wir am ende der strecke an und setzten uns - wiedersprüchlich wie das auch klingt - mit einem leckeren kaffee an den pool, um trocken zu werden.

wieder im 'hotel' angekommen prügelten sich alle um die dusche und wir mussten uns beeilen, um rechtzeitig im restaurant zu erscheinen. für die truppe von 25 mann gab es leckere nudeln oder auf wunsch pizza und alle erzählten von den erlebnissen, die sie bisher in australien hatten. später am abend lernte ich noch ein paar deutsche und schweden kennen, die den gleichen unterkunftsort hatten wie wir.

am nächsten morgen mussten wir wieder recht früh aufstehen. hanna legte sich auf dem weg zum frühstück erstmal auf die nase und ratschte sich ihr ganzes knie auf, das erstmal schön zu bluten anfing. keine angst, es tat nicht weh, allerdings verringerte es die freude auf den ausflug zum great barrier reef ein wenig, da ich mit das zusammentreffen einer offenen wunde mit salzwasser nicht besonders schön vorstellte. nach dem frühstück ging es auf ein kleines schiff, dass uns weit is große meer bringen sollte. auf dem deck waren hängemattenähnliche netze angebracht, so dass wir es uns in der prallen sonne gemütlich machten. angenehm spritzte dann und wann ein wenig meerwasser auf das warme gesicht. ein paar leute meinten, sie müssten sich nicht eincremen und sahen schon einige minuten später das unglückliche ergebnis dieser idee. auch laura, die irgendwann unbemerkt einschlief, hatte danach mit ihrem sonnenstich zu kämpfen. mich ließ die sonne glücklicherweise mit geröteten wangen davonkommen. nach etwa 2 stunden relaxen auf dem schiff erblickten wir eine kleine insel mitten im meer. das musste einfach das paradies sein! weißer strand umringte eine kleine knallgrüne grasfläche, besiedelt von vielen wunderschönen vögeln. umringt von klarem türkisen wasser. wir schnappten uns die schnorchelausrüstung und sprangen gemeinsam in das kühle nass. nachdem erste schwierigkeiten mit der taucherbrille überwunden waren, bestaunten wir die wunderschönen bunten korallen und riesigen fische, die direkt vor dem gesicht umherschwommen. sogar rochen und kleine haie konnten wir sehen. auf dem schiff konnte man durchsichtige hüllen für digitalkameras erwerben, um sogar unterwasser fotos zu machen. das ergebnis sehr ihr bei meinen fotos. ich glaube, was ich da unterwasser sehen konnte, war mit abstand das schönste, das ich je in meinem leben gesehen habe. schade, dass ihr alle nicht dabei wart! danach hatten wir die chance, mit taucherflasche noch etwas weiter in die tiefe zu tauchen. danach ging es weiter zu einem zweiten punkt, an dem das ganze wiederholt wurde. mit dem schnorcheln war es dort jedoch etwa schwierig, da die wellen sehr stark waren und ständig wasser in den schlauch spülten. wieder auf dem schiff setzten wir uns in die hängematten, um zu trocknen und genossen unser vorzügliches mittagessen. dann ging es zurück nach cairns und von da in ein mexikanisches restaurant. gestärkt mit tapas und natchos, sowie einem fabelhaften eis als dessert setzten wir uns am abend an den pool des hotels um ein bisschen über gott und die welt zu quatschen.

noch müder als am vortag taumelten wir am sonntag in den bus. es ging in einen kleinen nebenort von cains und dorf, auf ein wieteres kleines boot. wir fuhren nahe am ufer einen fluß entlang, auf der suche nach krokodilen und schlangen, sowie anderen wildtieren in ihrem natürlichen lebensraum. als erstes entdeckten wir eine riesige schlange, die sich um den ast einer der bäume gewickelt hatte. danach erspähte brody ein krokodil von etwa 5 oder 6 jahren, das sich hinter einem strauch versteckte. nach vielen anderen tieren konnten wir jedoch kurz vor ende der bootstour ein riesiges krokodil sehen, dass sich laut führer nicht besonders oft blicken ließe. 'fat alfred' hie´ß es und wir durften nicht zu nah heran fahren, da es für jeden von uns tödlich enden könnte. etwas beängstigt flüchteten wir also wieder an land und mampften auf einer bank am wasser leckere kekse. danach stampften wir in underen'guten wanderschuhen', die sich teilweise als flip flops oder slipper herausstellten, in den regenwald, zu einem fluss, in dem ma baden konnte. an böse, wilde tiere versuchten wir nicht zu denken, als wir über die steine ins wasser kletterten und konzentrierten uns lieber auf die schöne landschaft und die vielen fische, die an unseren füßen vorbeihuschten. nach diesem ausgelassenen bad mussten wir leider auch schon wieder nach hause. dort wartete leckere pizza auf uns, die wir am strand aufaßen. danach lief ich mit ein paar freunden in ein café am strand und wir aßen tonnenweise schokokuchen. später am abend setzten wir uns mit einigen bagpackern in den vorhof des 'hotels' und unterhielten uns sehr nett. auch ein deutscher, manuel, war dabei. er tourte zur zeit alleine durch australien und hatte viele spannende geschichten zu erzählen.

nächster morgen. und schon der letzte tag unseres 4tägigen abenteuers. schnell mussten die klamotten in den taschen verstaut und die zimmer einigermaßen auf vordermann gebracht werden. alles hatte diesen modrigen geruch, da wegen der feuchten luft nichts getrocknet war. nach dem früstück fuhren wir in ein kulturelles camp der aboriginies und lernten viel über die früchte im regenwald, die gefahren und die kultur als ganzes. außerdem versucten sich alle im bumerang- und speerwerfen. und hey, hanna war gar nicht so schlecht, wie sie davor befürchtet hatte. nach kurzer stärkung machten wir uns auf dem weg zum skyrail, einer art lift über den regenwald. zwischendurch gab es immer ausstiegsmöglichkeiten, um den regenwald auf eigne fast zu erkunden. unglaublich viele verwachsene pflanzen, riesige große bäume, sträucher, blüten, tiere,.. wir waren und sind alle ganz angetan von der vielfalt der tropischen regenwaldes. so lange wie mögich ließen wir diese eindrücke auf uns einwirken, dann mussten wir auch schon zum flughaven und uns von allen verabschieden. da man davon ausgehen kann, viele nicht mehr wiedezusehen, war das schon etwas schade.

da ich leider viele zwischenstops auf meinem rückflug füllen musste, besorgte ich mit 'scar tissue', die autobiographie von anthony kiedis und las fast das halbe (sehr sehr dicke) buch durch,

meine gasteltern holten mich wie geplant vom flughaven ab und ich viel erschöpft ins bettchen, um mich mal wieder richtig auszuschlafen.

ich hoffe, auch ihr habt eine schöne zeit.

und mama, papa: das mit der reise hat sich auf jeden fall gelohnt so wie die ganze australien-sache. und ich bin froh, weder queensland noch the red centre gemisst haben zu müssen.

alles liebe,

hanna <3

23.4.08 07:54


G'day Mates!

Hoppala, bei allem was hier los ist vergisst man ja fast, den ein oder anderen Text zu schreiben.

Ich bin Montag abend abend aus dem Outback zurück gekommen.

Für 4 Tage gings in Northern Territory, zusammen mit 10 Freunden aus Deutschland, Dänemark, Holland und der Schweiz, die alle ein wunderbares Auslandsjahr in Australien genießen.

Als ich am Freitag nach einem ca 3 Stündigen Flug aus dem Flugzeug stieg, überfiel mich zunächst eine erste Hitzewelle, kurz gefolgt von großer Freude, Johanna und Laura wiederzusehen. Die beiden standen im Flughafengebäude und machten Grimassen durch die Fensterscheibe. Nach ordntlichem Durchknuddeln und Austausch von Neuigkeiten trafen wir auch die anderen mehr oder weniger abenteuerlustigen Mitreisenden und den Gruppenführer Rob. Der spendierte erstmal allen ein super leckeres Sandwich, damit wir uns gestärkt auf den Weg zum Kings Canyon machen konnten. In unserem kleinen Bus ließen wir uns von schöner Surfermusik beschallen und hingen mit dem halben Körper aus den Fenstern um den Fahrtwind zu genießen und vor allem nichts von der atemberaubenden Landschaft zu verpassen. Bis zum Horizont nur trockene Büsche auf dem rot glänzenden Wüstensand und kein Gebäude weit und breit, außer der immer kleiner werdende Flughafen. „Hihi“, kicherte Johanna neben mir. Alle waren aufgeregt und voller Erwartung.

Die Fahrt zum Canion dauerte doch etwas länger als angenommen, doch wir hatten viele kleine Pausen um Fotos zu machen, uns die Beine zu vertreten, oder Feuerholz für den Abend zu sammeln. Während die Sonne langsam unterging und den Himmel mitsamt der kleinen Wölkchen in ein warmes Rot tauchte, kamen wir im Camp an. Ein Plätzchen mitten im Nichts. Einige kleine Zelte umringten die Feuerstelle und ein Holztisch machte Vorfreude auf das Abendessen. Gemüse schnippeln und alles in einen Topf. Fleisch oben drauf und den Topf ins Feuer stellen. Und das soll funktionieren? Es stellte sich heraus, dass diese praktische Technik doch nicht die Schlechteste war und jeder schlug sich den Bauch voll, bis nichts mehr reinpasste. Lecker, lecker.

Nicht so lecker war das Abwaschen. Mit miniaturartiger Eisenwolle in fettigen Töpfen rumkratzen, naja, das gehört wohl zum Campen dazu. Da es nach dem Essen schon recht dunkel war, schlüpften alle in ihre „Swags“ und Schlafsäcke und verkrochen sich in den Zelten. Hoffend, dass die Wolken über unserem Lager noch etwas Sicht auf den wunderschönen Sternenhimmel erlauben würden, schlief ich, zusammen mit Johanna, Laura und Franzi vor dem Zelt. Stundenlange Gespräche länger, die vermutlich auch alle anderen wach gehalten hatten, waren alle Wolken verschwunden und wir erblickten neben einigen Sternschnuppen auch das Sternzeichen, dass auf der australischen Flagge abgebildet ist.

„Brrrrrrrrrrrrrrum“, ertönte am nächsten Morgen das Digerido, das uns aus dem Schlaf schrecken lassen sollte. Mit angeschwollenen Augen und grimmigen Blicken schleppten wir uns also um 5h zum Frühstückstisch um festzustellen, dass alle schon am Abräumen waren. Dann gings auch schon los mit dem Wandern. Wir waren ja nicht umsonst zu dem Canyon gefahren. Zuerst schauten wir uns eine Tafel an, die den Menschen gewidmet war, die aus Steinen stufen gehauen hatten, die es uns ermöglichten, den Canion zu besteigen. So sahen wir uns also einige Kilometer später auf der Spitze und hatten eine fabelhafte Sicht über die endlose Weite des Outbacks. Zwischendurch machten wir eine Pause im „ Garden of Eden“, da es dort auch einen kleinen See gab, und genug Schatten, um sich von der starken Sonneneinstrahlung zu erholen. Als wir viele schöne Stunden später wieder am Fuß des Canions angekommen waren, neigte sich der Samstag auch schon dem Ende zu und wir furhen zu einem Aboriginiecamp, um etwas über diese Kultur zu lernen. Es war sehr interessant, warf aber leider etwas mehr Fragen auf, als es letztendlich klärte. Einige Leute kauften sich Souvenirs in dem zugehörigen Shop, wo man sogar sehen konnte, wie die Aboriginies das Holz bemalten. Nach dieser Erfahrung beeilten wir uns auf dem Weg zum Urulu, um den Sonnenuntergang dort genießen zu können. Dafür sind bestimmte Sichtstellen eingerichtet worden und aufmal hatte man nicht mahr das Gefühl, alleine auf dem Planeten zu sein. Ein ganzer Haufen von Touris prügelte sich um die besten Pätze und die besten Fotos. Wir futterten Kekse und Käse und malten Bilder in den Sand, bis wir auf einen 11. Jahrgang aus Fulda trafen, der eine 1monatige Klassenfahrt nach Australien unternahm. Schließlich war die Sonne ganz verschwunden und wir machten uns auf um zum nächsten Camp zu kommen, das zum Glück nicht allzu weit entfernt war. Ein Mann, der auch dort unterkam, zeigte uns sein Haustier. Eine Schlange, zum Glück nicht giftig, aber sehr angriffslustig. Kein Wunder also, dass sie dem ein oder anderen in die Hand biss, während alle einmal über die glitschige „Haut“ streicheln wollten. Erschöpft fielen wir später ins „Bett“ um am nächsten Morgen wieder fit zu sein.

Ganz ausgeschlafen war leider keiner, aber am Frühstückstisch erwartete alle gähnenden Reisenden „Bacon & Egg“, was einen leckeren Start in den Tag versprach. Für den Sonntag war eine genauere Erkundung des Urulus geplant und wir mussten uns erneut früh auf den Weg machen, um nicht in der prallen Mittagssonne loszustiefeln. Außerdem war dies eine perfekte Möglichkeit um auch den Sonnenaufgang zu bewundern. Wenn das riesige Gestein langsam in Licht getaucht wird und scheinbar zu glühen anfängt, dieses wunderbare Bild kann man wohl kaum in Worten und Fotos einfangen. Da uns im Aboriginiecamp gelehrt wurde, dass das Erklettern des Ayers Rock nicht erwünscht ist, entschieden Johanna, Laura und ich uns für den „Base Walk“, der einmal um den ganzen Berg führte. Der Rest der Gruppe kletterte hinauf. Wir bereuten unsere Entscheidung jedoch nicht, da man auf dem Gang so viele verschiedene Dinge sehen konnte, zum Beispiel die kleinen Höhlen, voll mit uralten Malereien. Oder ausgetrocknete Wasserstellen, verborgen hinter Felsvorsprüngen.

Ungefähr gleichzeitig trafen sich alle beim Ausgangspunkt wieder und futterten leckeren Früchtekuchen, der noch sehr viel leckerer schmeckte, als es sich jetzt anhört. Gestärkt für neue Erlebnisse zeigte uns Brad, der Leiter von Adventure Tours, in welchen Höhlen die Aboriginies hausen und erzählte uns viel über deren Leben. Zu der Zeit stand die Sonne am klaren Himmel direkt über uns und machte es unglaublich schwer, voll konzentriert zu bleiben. Als wir daraufhin zu den.., einer weiteren Bergkette, fuhren, um auch dort herum zu wandern, gaben einige auf halber Strecke auf und setzten sich an einigen schattigen Ort, um die Landschaft und Tiere in völliger Ruhe erforschen zu können. Am Abend fuhren wir zurück zum Camp und alle konnten neue Energie tanken. Das Essen war wie immer ausgezeichnet und Johanna, Laura und ich sprangen noch in den versteckten Pool am Ende des Lagers, den offensichtlich sonst keiner entdeckt hatte. „Nach müde kommt doof!“, sagt Mama ja so gerne. Vielleicht lag es daran, dass wir in der Nacht alle durch unser furchtbar lautes Gegacker vom Schlafen abhielten. Aber ist das nicht immernoch besser als Rob oder Mac beim schnarchen zuzuhören? Erschöpft und mit Bauchschmerzen vom vielen Lachen schliefen auch wir irgendwann ein und konnten am nächsten Morgen schön lange ausschlafen... bis 8h nämlich. Haha. Dann musste schnell alles geputzt werden damit wir uns auf zum Flughafen und ab nach Hause machen konnten.

Viel zu früh für unseren Geschmack! Aber jetzt freuen sich schon alle auf den vielversprechenden Trip nach Queensland in nur 2 Wochen. Rafting, Trips im Regenwald, Schnorcheln im Barrier Rief.. das kann nur schön werden.

Leider nahm die Reise zum Outback ein blödes Ende, da mir bei der Ankunft am Flughafen Sydneys mein Handy geklaut wurde, ich meine Gastfamilie nicht kontaktieren konnte und über tausend Umwege und mit hunderten von Bussen endlich zu Hause ankam, wo sich meine Gastmutter natürlich schon viele Sorgen machte. Nein, ich hab mich nicht ins falsche Flugzeug gesetzt. Und ich lebe auch noch.

Aber das soll mir diesen Urlaub vom Urlaub nicht vermiesen. Es war eine total fantastische Zeit und sowas wir dort, im Outback, habe ich noch nie vorher gesehen. Ein paar Fotos werde ich wie gewohnt bei www.schuelervz.de hochladen.

Oki doki, also bitte nicht versuchen mich übers Mobiltelefon zu erreichen, daraus wird leider nichts mehr. Allerdings werde ich versuchen, da es nötig ist erreichbar zu sein, von irgendwem ein Handy für die nächsten 3 Monate auszuleihen. Die Nummer gebe ich dann natürlich sofort an alle Interessierten weiter.

Bis dahin freu ich mich weiterhin über Mails und Briefe.


Alles liebe, Hanna

6.4.08 10:53


29. Februar 2008

Puhh... schon wieder so viel zu erzählen. Da weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll.

In der Schule läuft es sehr gut und ich habe gestern mein erstes „Assesment Task“ wiederbekommen. Dabei handelt es sich um eine Art Hausarbeit, entweder in Form eines Referats oder einfach eines Essays. In Kunst musste ich über ein Bild schreiben, das eine Bibelszene darstellte. Keine leichte Aufgabe (,vor allem weil mich Kunst aus dem Barock nicht wirklich anspricht), aber leut meiner Lehrerin hab ich sie mit Bravo erledigt. Ein bisschen peinlich wurd es dann für alle Anwesenden, als Mrs Bellemore sogar den ganzen Text vorgelesen hat, um den australischen Schülerinnen zu zeigen, dass jemand aus Deutschland bessere englische Fachbegriffe verwendet als sie. So, genug geprahlt.

In der Schule kommt viel Arbeit auf mich zu, wenn ich alles mitmachen möchte. Da mich die künstlischerischen Fäöcher aber ehr ansprechen, werd ich mein Bestes geben. Die Aufgaben sind teilweise such sehr offen und flexibel, so dass ich meiner Kreativität keine Grenzen setzte muss. Ich finde es super, wie die Schule jede Schülerin individuell in ihrer Persönlichkeit und ihren Interessen unterstützt und auch alle Ressourcen nach und vor der Schule zur freien Verfügung stellt. Erst heute hat meine Musiklehrerin mit ein riesiges tolles Keyboard ausgeliehen, dass ich bis zum Ende des Aufenthaltes hier behalten kann. Als Ansporn oder Inspiration. Außerdem müssen wir in Term 2 etwas vorspielen, also muss ich mich zu Mamas Freude wohl oder übel mal wieder auf den Klavierhocker schwingen.

Da die Pausen hier so super lang sind, hab ich viel Zeit, die Leute aus meiner Schule besser kennenzulernen. Jenna hat zwar laub ich immer noch nicht begriffen, dass ich nicht aus Russland, sondern Deutschland komme, aber das ist schon okay. Sie ist ein total nettes Mädchen und man kann super mit ihr rumspaßen, aber etwas dusselig ist sie auch.

Ab den letzten Wochenenden habe ich auch wieder eine Menge erlebt.

Neben Konzerten haben wir für Elianas 18. Geburtstag eine Bootsfahrt im Hafen Sydneys geplant. Es war sehr schön und wir konnten die ganzen Sehenswürdigkeiten aus nächster Nähe bestaunen. Für Johanna und mich ist das immer wieder komisch, als hätten wir immernoch nicht begriffen, dass wir jetzt hier sind. Danach ging es in den Park und nach einer Weile machten wir uns auf, um in eine Karaokebar zu gehen. Leider war dort kein Raum mehr frei, aber das muss unbedingt wiederholt werden. Später waren wir noch in einer Bar. Zur Happy Hour war alles preiswert und während wir Pool spielten, haben wir noch ein paar Leute kennengelernt. Einer der Typen hatte ein Tattoo auf der Schulter. Die „Silhouette“ Australiens mit der Flagge drin. Alles in allem war der Abend sehr spaßig. Am nächsten Morgen gings los zum surfen. Das erste Mal für mich, dementsprechend skeptisch, doch auch aufgeregt, sah ich der ganzen Sache entgegen. Als wir (natürlich als letzte) beim Kurs am Manly Beach ankamen waren, trafen wir ein paar bekannte Gesicher wieder. Die Surflehrer machten uns lächerlich, in dem wir im Sand auf unseren Surfbrettern rumruderten, bevor sie uns ins Meer ließen. Oh ja, Surfen macht wirklich seehr sehr viel Spaß. Und ich kann mir gut vorstellen, dass es total toll ist, wenn man es kann. Ich hielt mich unbeholfen nur sekundenlang auf dem Brett, bis ich lachend in den Wellen versank. Haha. Wenigstens machten sich die anderen auch nicht viel besser und ich redete, zwischen den misslungenen Versuchen aufs Board zu kommen, mit einem Australier, der es auch nicht besser konnte. Das ließ mich aufatmen.

Jetzt, wenn ich hier so sitze und die Zeit revue passieren lasse, um zu überdenken, was ich euch berichten könnte, fällt mir auf, wie viel ich schon in dieser kurzen Zeit erlebt habe. Zurückblickend scheint die Zeit wie im Flug zu vergehen. Man hört das ja ständig von Schülern, die schonmal im Ausland waren oder es noch sind, aber ich hätte nicht gedacht, dass es wirklich so extrem ist. Jedes Wochenende bin ich wieder verblüfft, dass die Woche schon um ist.

Apropros Wochenende: Morgen feiert ganz Sydney Mardi Gras. Und ich kann da natürlich nicht fehlen. Freue mich auch schon sehr darauf. Vielleicht gehe ich heute noch mit ein paar Leuten von der Schule einkaufen, damit wir morgen möglichst bunt und verrückt in der Innenstadt einlaufen können. Am Sonntag spielt die Band von ein paar meiner Freunde bei einem Kontest, das würde ich mir auch gerne anschaun. Und dann.. hat die Hanna auch schon Geburtstag. Ganze 17 Jahre werd ich dann. Ich zitiere Sönke (SMS): “17? =O Voll die Oma :> Von mir bekommst du dann eine Hüftprothese für fetzige Stunden in der Seniorendiskothek =)“

Wie auch immer, ich finde es sehr schade, den Tag nicht wie üblich mit Familie und Freunden verbringen zu können. Und nicht zuletzt Mams leckere Schwarzwälder-Kirsch und Juttas Schoko-Torte werden mir fehlen, das muss ich leider ganz ehrlich zugeben.

Dafür gehe ich mit meiner Gastfamilie, die auch Johanna eingelanden hat, in ein thailändisches Restaurant. Mhh yummy. Nächstes Wochenende gibt es dann vielleicht auch noch ein Barbeque bei Persia, die am selben Tag Geburtstag hat. Außderdem fahre ich mit meinem Gastvater, ein paar von seinen Kollegen und so weiter zu den Blue Mountains. So ganz verstanden habe ich den Plan noch nicht, aber es geht wohl irgendwie darum, auf Luftmatratzen durchs Wasser zu paddeln. Die Bilder sahen recht amüsant aus. Und das nächste Konzert steht auf dem Plan. Diesmal dudelt Jack Johnson seine Songs für uns, open-air.

Nein, da hören meine Pläne noch immer nicht auf. Ende März fahre ich nämlich mit ein paar Freunden ins Outback campen! Jetzt dürft ihr mir die Daumen drücken, dass ich diese Zeit überlebe. Julia (meine Gastschwester) hat mir erst gestern erläutert, woran man die giftigen Schlangen erkennt. Rückenfarbe. Und folgende Schlangen sind giftig: weiß, rot, braun, schwarz, grün, blau,... Gut, danke für den Tip. Das wird ein Spaß.

Kaum wieder zurück geht es schon Mitte April nach Queensland, dem Norden Australiens. Zum Great Barrier Rief zum Beispiel, und ab in den Dschungel. Zum Glück ohne Kameras von RTL.

Genaue Informationen über diese Trips habe ich selber noch nicht, aber ich freue mich total darauf und denke, dass es super toll wird.

Im Mai kommt Laura (Bischoff, zZ auch in Australien, nahe Adelaide) nach Sydney und ich denke, wir können uns da treffen. Sie plant aber eh mich am Sonntag anzurufen, dann können wir das überdenken.

Prust, ich glaub das waren erstmal wieder genug Informationen von mir.

Ich habe mitbekommen, dass in Deutschland zur Zeit die Wahlen für die Oberstufe getroffen werden. Ich entschließe mich vorraussichtlich für Kunst, Englisch, Deutsch, Philosophie, Bio (bili) – in dieser Reinfolge. Eventuell ändere ich aber Philo noch in Politik oder Geschichte.

Soweit so gut, ich wünsche Hilke meiner Nudel, die gerade für einen Austausch nach Amerika geflogen ist, eine super tolle Zeit dort drüben. Und allen anderen Freunden, die zur Zeit über die ganze Erdkugel verstreut sind, natürlich auch.

Und ich freue mich auf den (2.) Sommer dieses Jahr.

Mag euch

Han


P.S.: Entschuldigt Rechtschreibfehler, Hanna ist grad in Eile und außerdem auf dem besten Wege, ihr Deutsch komplett zu verlernen. Und von egen ich lern hier Englisch: Ich verlern bloß mein tolles Oxford-Schul-Englisch und gewöhn mir Umgangssprache an.

29.2.08 08:36


10. Februar 2oo8

So liebe Leute,


eine Woche Schule ist um und ich kanns nicht erwarten euch zu erzählen, wie allesgelaufen ist und wie es mir dort geht.

Der erste Schultag war sehr aufregend für mich. Vor allem weil ja – wie weitgehend bekannt – der erste Eindruck zählt. Zunächst musste ich mich um die rganisatorischen Sachen kümmern und mir einen Stundenplan zusammenstellen lassen. Dafür wählte ich folgende 6 Kurse:


English Advanced

Hier analysieren wir Filme, Songs und vor allem Gedichte, in Term 1 zum Thema “Changes”. In dieser Woche haben wir uns ein bisschen mit “Lord of the Rings” beschäftigt und ich musste voller Erstaunen und Erschütterung feststellen, dass nur 6 von den ca 30 Schülerinnen in meiner Klasse dieses Meisterwerk gesehen hat. Der Englischunterricht macht auf jeden Fall Spaß, auch wenn ich insbesondere bei den Gedichten manchmal Probleme mit speziellen Wörtern habe. Das geht den englischsprachigen Schülerinnen allerdings nicht anders.


Mathematics Advanced

Ja, ich weiß. Ihr fragt euch jetzt: “Warum in Gottes Namen steckt jemand Hanna Seemann in einen fortgeschrittenen Mathekurs?” Ganz einfach. Denn im Gegensatz zu deutschen Schulen kommen die australischen ungefähr so schnell mit dem Stoff voran, wie ein Koala im Wettlauf mit einem Känguru. Wer schonmal gesehen hat, wie schnell die Tiere hüpfen können, weiß was ich meine. Soll heißen: Im Moment lerne ich zum erneuten Male worum es sich bei sinus, cosinus und tangens handelt. Wer weiß wofür es noch nützlich ist.. Auf jeden Fall bin ich dort mit schnellste und schäme mich ein bisschen dafür. Dafür ist die Lehrerin aber eine blöde Schnepfe und gibt uns, zu allem Überdruss, auch noch seitenweise Hausaufgaben auf, bei denen eh jede Aufgabe ist wie die andere.


Textiles & Design

..ist ganz okay. Endlich kann ich ohne Mamas Hilfe eine Nähmaschine “fertigmachen”. Im Moment sticken wir nur auf Stoffteilen herum und so weiter. Um ein bisschen Routine und Sicherheit in die Sache zu bringen. Danach nähen wir ein Kleidungsstück nach Wahl. Da freu ich mich schon drauf.

Visual Arts

Klar nehme ich Kunst, ist immerhin mein Lieblingsfach. Auch wenn es in Deutschland etwas langweilig ist. Ganz anders hier. Ich bin auf dem besten Weg mich in meine Lehrerin zu verlieben, denn ihr Unterricht ist große Klasse. Okay, vielleicht hört es sich furchtbar trocken und öde an, wenn ich erzähle, dass wir zur Zeit verschiedne Künstler durchnehmen und uns Skulpturen anschauen. Aber sie schafft es irgendwie das ganze furchtbar spannend zu gestalten. Außerdem können wir uns bald richtig austoben. Der Kurs, inklusive mir, fährt nämlich bald in einen großen Park in Sydney und wir dürfen mit Graffiti und Kreide alles an eine riesige Wand malen, was uns so einfällt. Zum Thema “Female Form”. Die einzelnen Werke werden danach fotographiert und mit Erläuterung in unser riesiges “Art Diary” geklebt. Natürlich machen wir noch andere tolle Sachen. Für wen sich das nicht gut anhört, dem kann ich auch nicht helfen.


Photography

Ja, eigentlich dachte ich ja, das Photography ganz schnell zu meinem Traumfach hinaufklettern würde. Aber an Visual Arts kommt es leider nicht an. Obwohl ich die gleiche Lehrerin habe. Im Moment machen wir Photogramme und müssen dafür alle kleine und persönliche Gegenstände mitbringen, die irgendwie für unsere Persönlichkeit stehen. Das ist natürlich etwas schwer für mich, weil ich kaum was hier hab. Also muss ich mir noch was einfallen lassen.


Music Standard

...ist so ziemlich das langweiligste Fach, das ich je hatte. Wird heir gar nicht groß erläutert, weil ichs eh bald aus meinem Plan schmeiße.


Nachdem ich mich für diese Fächer entschieden hatte, musste ich mit der Schuldirektorin in die Aula. Da findet wöchentlich eine Veranstaltung statt, um die Schülerinnen über die neusten Neuigkeiten aufzuklären. Natürlich unvorbereitet und nervös wurde klein Hanna also auf die Bühne geschickt, um sich vorzustellen. Habe ich glaub ich ganz gut gemeistert. Jetzt wissen alle meinen Namen und ich werde den ganzen Tag von irgendwelchen Mädls vollgetextet. Was ganz lustig ist und natürlich besser, als alleine in der Ecke zu stehen. Ich kann also behaupten, schon ordentlich Kontakte geknüpft zu haben. Darunter 5 Mädchen die Liz heißen. Und viele, deren Namen ich längst wieder vergessen habe.


Allgemeine Infos über meine Schule

Also die Schule, auf die ich hier gehe, nennt sich “Burwood Girl's High” und wirbt mit den Farben Blau und Gold. Es handelt sich, wie ihr auch dem Namen entnehmen könnt, um eine Mädchenschule. Wie in allen australischen Schulen gibt es eine Schuluniform, bestehend aus einem blauen Rock, einer weißen Bluse, langer weißer oder schwarzer Socken und wunderhässlichen schwarzen Schuhen. Der Stundenplan ist sehr nach den Bedürfnissen der Schülerausgerichtet:


8.55 - 9.00 Rollcall

Jeder Schüler ist einer Rollcall-Gruppe zugeordnet. Sozusagen eine Klasse. Meine Gruppe trifft sich in der Bücherrei. Ein Lehrer geht alle Namen durch und kontrolliert, wer da ist und wer nicht. Das wars auch eigentlich schon. Außer Mittwochs, denn da ist


8.55 - 9.15 Dear

Bei Dear handelt es sich um eine Zeitperiode, in der alle Schüler sich in ihrer Rollcall-Gruppe zusammenfinden und lesen. Dafür bringt jeder sein eigenes Buch und liest still für sich.

Dadurch verschieben sich natürlich die Zeiten des Stundenplans, ich fahre aber einfach mal mit den Standardzeiten fort.


9.00 - 10.10 Period 1


10.10 – 10.30 Recess


10.30 - 11.50 Period 2


11.50 – 1.10 Period 3


1.10 – 2.00 Lunch

Die Australier essen immer. Da diese Pause ja sogar Lunch heißt, kramen alle sofort ihre riesigen Boxen mit leckerem fertigen Mittagessen raus und schaufeln in sich herein, was nur passt. Es gibt uch eine Mensa, wo man tausende von Leckereien kaufen kann.


2.00 – 3.15 Period 4


Und das wars auch schon. Danach sitz ich meistens noch mit den Mädls, die den selben Bus wie ich “catchen” auf der Wiese und warte auf den Transport. Man muss sich daran gewöhnen, dass es hier alle nicht so genau mit der Zeit nehmen.

Ach nicht zu vergessen: Diese Schule ist wirklich außergewöhnlich gut mit Technik ausgerüstet. In jedem Raum steht für jeden Schüler ein Apple Pc (Affinität zu Apple?) und ein riesiger Touchpad-Bildschirm für die Lehrkraft. Etwa zweimal so groß wie eine deutsche Schultafel. Ich kann diese Technik nicht beschreiben, aber als ich es beim ersten mal gesehen habe stand mir vermutlich der Mund gaaaanz ganz weit offen.


Meine Mitschülerinnen

Man muss schon sagen, dass die Mädchen hier anders drauf sind, als bei uns in Syke. Vielleicht weil es alles Stadtkinder sind? Wer weiß. Es sieht auf jeden Fall erstmal sehr abschreckend aus, wenn wirklich jede mit einem super tollen neuen Handy durch die Gegend rennt (und man muss dazu sagen, dass wirklich die ganze Zeit wie verrückt darauf rumgehackt wird, oder alle rumtelefonieren, wo sie doch nur 50m von einander entfernt sind). Noch dazu baumelt jedem Mädchen ein Ipod um den Hals. Vielleicht profiliert man sich durch solche Dinge, wenn man gezwungenermaßen eine Schuluniform trägt? Um Glück hat der Beliebtheitsstatus hier nichts damit zu tun, ob man nun das neuste Modell, oder eins, das schon ganze 2 Tage alt ist, besitzt. So ein Glück. Einem Mädchen habe ich ein Kompliment für die schönen langen Haare gemacht, weil ich auch endlich wieder welche haben will. Danach stellte sich jedoch raus, dass es sich um Extentions für rund 2000$ handelte und eine handvoll weiterer Mädchen “join”te das Gespräch, stolz berichtend, dass sie die selben Kunsthaare am Kopf kleben hat. Bravo, Glückwunsch. Abgesehen davon, hat jede hier ihren merkwürdigen Schulrock kürzen lassen. Einerseits kann ich es sehr gut verstehen, denn in der Originallänge fühlte selbst ich mich wie eine Nonne, aber andererseits ist es bei manchen wirklich zu kurz geraten. Nach diesen Verschreckenden Informationen merkte ich allerdings, dass der Großteil meiner Mitschülerinnen wirklich nett ist. Am ersten Tag standen mir alle hilfreich zur Seite und führten mich durch die Schule, auf dem Weg zum richtigen Raum (ich bin natürlich immer zu spät gekommen). Anders als erwartet bimmelt kein totaler Zickenalarm in meinen Ohrmuscheln. Aber es gibt sehr ausgeprägte Gruppenbildung. Leider. Jede Pause fragt mich jemand anderes, ob ich bei ihm sitzen möchte, weswegen ich die ganze Zeit hin und her “switch”e. Alle fragen das selbe über Deutschland, alle wollen die selben Wörter übersetzt hören und alle haben die selbe Reaktion auf Winter in Deutschland: “Wow, are you serious? I've never seen snow in my hole life!” Und alle sind gleich nett und interessiert an mir. Planen mich die selben Shoppingtouren und die selben Strandbesuche ein. Und es ist schön, so schnell Anschluss gefunden zu haben. Innerhalb einer Woche auf 2 Geburtstage eingeladen geworden zu sein, zähle ich mal als Erfolg. Sowieso muss ich mal mal eben ein bisschen angeben und euch erzählen dass alle hier mein Englisch als “remarkable” loben. Hihi.



So, genug von der Schule. Ich weihe euch mal in meine Wochenendplanung ein:


Freitag

Am Freitag kam ich wie üblich gegen halb 4 nach der Schule zu Hause an. Danach habe ich Muffins für die Familie gebacken, weil ich grad Lust dazu hatte. “Dring, Dring”, klingelte das Telefon gegen halb 5 und Johannas Stimme tönte aus dem Hörer (Johanna ist ein anderes deutsches Mädchen, das auch hier in Haberfield lebt. Mit ihr saß ich auch schon stuuuuuundenlang im Flieger.). “Huhu Hanna, ich habe dir doch von diesem Openair-Dingsda erzählt. Also wir fahren dahin und du kommst mit. Holen dich um 6h ab. Tschussi!” Okay, so hat sies vermutlich nicht gesagt aber der Inhalt ist schon ganz richtig. Also setzte ich mich mit einem Stück warmen Apfelkuchen mit Eis und Kirschen in den Vorgarten und bestaunte ein bisschen die Straße. Fast pünktlich kamen Mel (Johannas extrovertierte Gastschwester) und Johanna um die Ecke gewatschelt und, nachdem wir ordentlich von meiner Gastmutter ausgefragt wurden nach Handynummern usw, ging es los. Mit Campingstühlen, einer großen Decke und einem Picknickkorb bewaffnet machten Mel, Johanna, Johannas Gasteltern und ich es uns auf dem riesigen Parkgelände des Olympic Parks gemütlich. Um uns herum eine Horde anderer Musicalbegeisterten, denn heute abend sollten auf der Bühne die größten Musicalklassiker dargestellt werden: “Music by Midnight”. Die Sänger waren wirklich spitzenklasse und die Band auch. Und je dunkler es wurde, desto schöner wurde die Atmosphäre. Wirklich beschreiben kann ich es nicht, aber es war ein toller Abend, abgeschlossen mit einem Gruppentanz zu “Timewarp”, weil keiner seine Füße stillhalten konnte.


Samstag

MeinKörper scheint ganz offensichtlich noch immer nicht seinen Rythmusgefunden zu haben und ich wachte wieder um ca 6 Uhr morgens auf. Trotzdem immer eine gute Gelegenheit, um sich bei Icq einzuloggen und mit ein paar Leuten zu kommunizieren. Als ich also der Partygesellschaft bei Meier, die sich gerade auf den Weg zum Abikoma machten, viel Spaß gewünscht hatte, fand ich mich schon im Auto wieder, auf den Weg zum Markt. Dort roch es lecker nach allen möglichen Köstlichkeiten und wir kauften auch nicht zu wenige davon ein. Da die Eltern nicht so oft da sind zum kochen, konnte ich mir verschiedene hausgemachte Quiches und ähnliches aussuchen. Jaaa, die sind lecker! Zu Hause genoss ich mein Lunch und fuhr danach mit Bron in die Innenstadt. Das riesige Einkaufszentrum, in dem wir landeten, nennt sich: Queen Victoria Building. Und ist wahrlich nicht so, wie ihr euch ein Shoppingcenter vorstellt. Ein wunderschönes altes Gebäude, man könnte fast sagen Schloss, mit riesigen Treppen und überdimensionalteuren Geschäften. Bron brauchte ein paar Cds und musste Schuhe reparieren lassen, dann waren wir auch schon wieder zu Hause. Was nicht heißt, dass ich nicht eine halbe Stunde Simpsons-gucken wieder in einem Auto saß. Denn die Uhr hatte 7 mal gedongt, was bedeutete, dass wir uns aufmachen mussten zum Chinese New Year Dinner. Chinatown ist größer und pompöser, als ich es mir vorgestellt hatte. Überall rote und goldfarbene Verzierungen und tanzende Drachen auf der Straße. Das Jahr der Ratte hat begonnen. Das Restaurant, in dem wir uns mit der befreundeten chinesischen Familie trafen, war auch ziemlich.. einzigartig. Irgendwie taten mir aber die Hummer usw in den riesigen Aquarien leid, die später auf meinem Teller bzw in meinem Schälchen landen sollten. Die jüngsten mit mir am Tisch waren Holly (23) und ihr Cousin (22), mit denen ich nach dem Essen noch ein bisschen auf Tour ging. An jeden Platz lagen ein kleiner Teller, eine Schale und Stäbchen. Ja, ihr habt richtig gehört, ich musste alle die 16 (!) Gerichte, die nacheinander aufgetischt wurden, mit Stäbchen essen. Aber ich laube, ich habe es ganz gut gemeistert. Von den tausenden Dingen, die ich an diesem Abend verzehrt habe, will ich vermutlich von der Hälfte nicht wissen, was es war. Auf jeden Fall alles exkuisite Sachen – und das heißt bei den Chinesen schon fast alles. Schmackhaft war es allemal. Ohnehin war es ein sehr netter Ausflug in die Asiatische Kultur und ein bisschen tazen konnte ich ja am Ende auch noch.


Sonntag

Nunja, ich bin grade aufgestanden und musste feststellen, dass mein Laptop schon wieder kein Internet empfägt. Scheint sone Macke von ihm zu sein. Der Plan für heute war, mit Johanna und einer Italienerin, deren Name ich vergessen habe (Jaja, ab in die Ecke mit mir) einkaufen zu gehen. Man schnappt sich einfach einen Bus nach Sydney – die fahren eh alle 10mins – und 20mins später ist man da. Und Hanna brauch unbedigt Klamotten. Und ein Outfit für die 50s-Party am nächsten Wochenende. Will ja nicht als einzige ungestylt da auftauchen.

Jetzt geh ich erstmal frühstücken, morgen hört ihr mehr von mir.


Dicker Kuss an alle,

Hannabumm

10.2.08 01:19


Fotos

Schaut euch unter 'An.gekommen! ein paar Fotos an
3.2.08 09:02


2. Februar 2008

Auf der einen Seite wundert es mich enorm, dass selbst Julia, die bis 4h morgens arbeiten muss, schon um 9h aufsteht. Viel verwirrender ist allerdings, dass ich selber auch nur bis höchstens 8h schlafen kann. Danach mache ich mir ein super leckeres und noch dazu gesundes Frühstück. Einen Teller voller Früchte wie zB Äpfel, Kirschen, Weintrauben, Melone usw. Ja Mama, du hast mich gut erzogen. Die Familie hier hat einen sehr ökonomischen Lebensstil. Wenn dass das ist was ich meine. Auf jeden Fall werden hier die Abfälle in tausend Kategorien getrennt.

Erstaunlicherweise werde ich ständig mit schiefem Blick angeguckt, weil ich angeblich so wenig esse. Jaja, da lacht ihr, aber es ist wirklich so. Okay, ein bisschen weniger als zu Hause nehme ich schon zu mir, das liegt vermutlich an der Hitze. Aber von wenig kann man wirklich nicht sprechen.

Nachdem ich also gegen 10h völlig nass aus der Dusche watschelte kam mir schon Julia entgegen und zerrte mich einige Minuten später ins Auto. Mit offenen Fenstern durch die australische Musikgeschichte trällernd erreichten wir die Bushaltestelle, um einige Freunde von Julia abzuholen. Die kommen alle aus Mexiko. Weiter gings gemeinsam zum Wildlife Park. Dieser war zwar nicht sehr groß, dafür aber wunderschön. Es handelt sich um eine Art Zoo, allerdings nur mit australischen Tieren. Die laufen die ganze Zeit um einen herum und die Kakadus und Kängurus durfte man sogar füttern. Natürlich habe ich reichlich Fotos gemacht.

Danach sind wir kurz beim Olympia Park vorbeigefahren, um uns über den Ticketpreis für den gemeinsamen Jack Johnson-Konzertbesuch zu informieren. Die Halle gehört leider nichtmehr der Famile, ein paar Prozente gab es aber trotzdem. Einige Konzerte sind hier aus irgendwelchen unbekannte Gründen erst ab 18. Keine Ahnung wer sich sowas doofes ausgedacht hat. Auf jeden Fall kann ich mir den Konzertbesuch von den Foo Fighters nicht gönnen. So ein Schwachsinn. Was solls, hier ist genug anderes los.

Nach dieser kleinen Enttäuschung gings ab zum Lunch. Auf dem Weg zu dem kleinen italienischen Restaurant mussten wir jedoch erstmal durch einen unglaublichen Regenschauer sprinten. Soviel Wasser habe ich schon lange nichtmehr auf einmal vom Himmel kommen sehen. Tropfend nass gab es drinnen angekommen für relativ wenig Geld leckere Pasta mit Sahnesoße.

Jetzt bin ich wieder zu Hause weil Julia zur Arbeit muss. Von 5h – 4h, schrecklich. Und am nächsten Tag wieder. Aber da habe ich ja erstmal mein Betreuer-Treffen.

Wie ihr hört geht es mir gut.

Ich hoffe euch auch.

Alles Liebe, Hanna


P.S.: Mama, dass ich Zeit habe, um so viel zu schreiben hat nichts damit zu tun, dass ich nicht durch andere Aktivitäten ausgelastet bin Aber ich verspreche dir, dass es bald eh nicht mehr so viel von mir zu hören gibt. Kuss.

3.2.08 07:37


1. Februar 2008

Heute Nacht fiel mir das Schlafen etwas schwer. Lola scheint mich lieb gewonnen zu haben und rennt ständig um mein Bett, springt hinauf und schlabbert mir durchs Gesucht. Geschmackssache. Irgendwann musste ich dann die Tür schließen, um wenigstens ein bisschen ruhigen Schlaf zu haben. Den bekam ich auch. Allerdings erzählte mir Susan (meine Gastmutter) am nächsten Tag, dass Lola stattdessen lieber an allen Türen gekratzt hat. Böses Hündchen.

Wie das hier mit dem Essen läuft habe ich noch nicht so ganz verstanden. Geregelte Zeiten gibt es offensichtlich nicht. Doch ist der Kühlschrank stets voller Leckereien und ich soll 'myself helpen'. Also greife ich mir einen Apfel zum Frühstück. Sensationelles Geschmackserlebnis, sage ich euch. Ganz anders als in Deutschland. Auch wenn die aus unserem Garten natürlich auch spitze sind, Papa.

Dann mussten tausende von Formularen für die Schule ausgefüllt werden und mir fiel auf, dass ich natürlich meinen Personalausweis zu Hause habe liegenlassen. Aber ich denke, dass das halb so schlimm ist. Immerhin sind ich Visum und Reisepass dabei.

So, Susan fährt jetzt zum Friseur und geht danach ein weiteres Mal mit mir zur Schule. Ich komme ins Jahr 11 und belege vorraussichtlich die Fächer Mathe (hohes Niveau – warum auch immer), Englisch (hohes Niveau), Visual Arts, Photography, Textiles & Design, Music und Biology. Leider überschneiden sich einige Kurse, so dass ich Fächer wie Indonesisch, Japanisch, Chinesisch und so weiter nicht belegen kann. Aber schon beim ersten Schulbesuch habe ich gemerkt, dass es dort sehr multikulturell ist.

Am Sonntag ist ein Treffen mir meinem “Betreuer”. Dort treffe ich auch die ganzen anderen Austauschschüler, die zur Zeit in NSW (New South Wales) sind, zum Teil aus Brasilien, Schweden, usw. Mit dieser Gruppe kann ich innerhalb meines Aufenthaltes in Australien auch einige Touren mitmachen, wie zB zu den „Blue Mountains“, in einen Wildlife Park oder ähnliches. Über größere Touren werde ich erst in ein paar Tagen in Kenntnis gesetzt. Bei einem Camping-Ausflug zum Urulu würde ich gerne teilnehmen. Da können auch die ganzen anderen deutschen Step-in-Teilnehmer mitmachen, mit denen ich hergeflogen bin.

Wow, ich habe fast das Gefühl, Deutsch schon verlernt zu haben. Zumindest muss ich mich sehr konzentrieren nicht ausversehen auf Englisch weiter zu schreiben. Das ist irgendwie cool aber auch beängstigend.

Nachdem ich meine Sachen in die Schränke eingeräumt hatte, suchte ich mit Julia im Internet nach einer Australischen Partnerbank der Sparkasse, damit ich keine Extrakosten beim Geldabheben bezahlen muss. Aber irgendwie haben wir noch nichts gefunden.

Das Internet an meinem Laptop funktioniert erst, wenn wir den Netzwerkschlüssen gefunden haben. Leider weiß den hier keiner. Vorerst muss ich also meine getippten Texte auf dem PC gespeicher lassen, um sie in hoffentlich naher Zukunft abzusenden.

Nachdem ich also alle Papiere in der Schule abgegeben und mit Julia ein paar warme Speisen vom Italiener fürs Mittagessen gekauft hatte, fuhren wir zu einem riesigen Shoppingzentrum direkt neben meiner Schule. So viele tolle Geschäfte habe ich noch nie auf einmal gesehen. Aber heute ging es erstmal nur um Schulschuhe. Es gibt eigentlich ein bestimmtes Modell, aber an meiner Schule scheinen sich nicht viele daran zu halten. Kein Wunder, bei diesen hässlichen Teilen. Ballerinas sind laut Julia auch okay, gekauft haben wir aber noch keine.

Nachdem ich schon 100$ für 2 Blusen und einen Rock (Uniform) losgeworden bin, erfuhr ich vorhin, dass auch noch eine Sport-Uniform angeschafft werden muss, die aus deutlich mehr Teilen besteht. Das Essen vom Italiener schmeckte wunderbar, viel blöder war allerdings, dass der Kinobesuch heute leider ausfällt. Julia muss kurzfristig doch noch arbeiten (ab 4h) und ihre Freunde kenne ich ja noch nichtmal. Also bleibe ich zu Hause.

Ich bin furchtbar müde und auch das Wetter schafft mich enorm. Lange hatte ich nicht mehr so viel Wärme, auch wenn es ab und an ein wenig regnet. Susan sagt ständig, dass ich bis mindestens 8h aufbleiben muss. Sonst komme ich nie in den Zeitrythmus.

Schöne Grüße, ich hoffe es geht euch in Deutschland allen gut.

Vergesst bloß nicht mich über die neusten Neuigkeiten aufzuklären, will ja nicht hinterher hinken.

Alles Liebe, Hanna

3.2.08 07:28


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