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10. Februar 2oo8

So liebe Leute,


eine Woche Schule ist um und ich kanns nicht erwarten euch zu erzählen, wie allesgelaufen ist und wie es mir dort geht.

Der erste Schultag war sehr aufregend für mich. Vor allem weil ja – wie weitgehend bekannt – der erste Eindruck zählt. Zunächst musste ich mich um die rganisatorischen Sachen kümmern und mir einen Stundenplan zusammenstellen lassen. Dafür wählte ich folgende 6 Kurse:


English Advanced

Hier analysieren wir Filme, Songs und vor allem Gedichte, in Term 1 zum Thema “Changes”. In dieser Woche haben wir uns ein bisschen mit “Lord of the Rings” beschäftigt und ich musste voller Erstaunen und Erschütterung feststellen, dass nur 6 von den ca 30 Schülerinnen in meiner Klasse dieses Meisterwerk gesehen hat. Der Englischunterricht macht auf jeden Fall Spaß, auch wenn ich insbesondere bei den Gedichten manchmal Probleme mit speziellen Wörtern habe. Das geht den englischsprachigen Schülerinnen allerdings nicht anders.


Mathematics Advanced

Ja, ich weiß. Ihr fragt euch jetzt: “Warum in Gottes Namen steckt jemand Hanna Seemann in einen fortgeschrittenen Mathekurs?” Ganz einfach. Denn im Gegensatz zu deutschen Schulen kommen die australischen ungefähr so schnell mit dem Stoff voran, wie ein Koala im Wettlauf mit einem Känguru. Wer schonmal gesehen hat, wie schnell die Tiere hüpfen können, weiß was ich meine. Soll heißen: Im Moment lerne ich zum erneuten Male worum es sich bei sinus, cosinus und tangens handelt. Wer weiß wofür es noch nützlich ist.. Auf jeden Fall bin ich dort mit schnellste und schäme mich ein bisschen dafür. Dafür ist die Lehrerin aber eine blöde Schnepfe und gibt uns, zu allem Überdruss, auch noch seitenweise Hausaufgaben auf, bei denen eh jede Aufgabe ist wie die andere.


Textiles & Design

..ist ganz okay. Endlich kann ich ohne Mamas Hilfe eine Nähmaschine “fertigmachen”. Im Moment sticken wir nur auf Stoffteilen herum und so weiter. Um ein bisschen Routine und Sicherheit in die Sache zu bringen. Danach nähen wir ein Kleidungsstück nach Wahl. Da freu ich mich schon drauf.

Visual Arts

Klar nehme ich Kunst, ist immerhin mein Lieblingsfach. Auch wenn es in Deutschland etwas langweilig ist. Ganz anders hier. Ich bin auf dem besten Weg mich in meine Lehrerin zu verlieben, denn ihr Unterricht ist große Klasse. Okay, vielleicht hört es sich furchtbar trocken und öde an, wenn ich erzähle, dass wir zur Zeit verschiedne Künstler durchnehmen und uns Skulpturen anschauen. Aber sie schafft es irgendwie das ganze furchtbar spannend zu gestalten. Außerdem können wir uns bald richtig austoben. Der Kurs, inklusive mir, fährt nämlich bald in einen großen Park in Sydney und wir dürfen mit Graffiti und Kreide alles an eine riesige Wand malen, was uns so einfällt. Zum Thema “Female Form”. Die einzelnen Werke werden danach fotographiert und mit Erläuterung in unser riesiges “Art Diary” geklebt. Natürlich machen wir noch andere tolle Sachen. Für wen sich das nicht gut anhört, dem kann ich auch nicht helfen.


Photography

Ja, eigentlich dachte ich ja, das Photography ganz schnell zu meinem Traumfach hinaufklettern würde. Aber an Visual Arts kommt es leider nicht an. Obwohl ich die gleiche Lehrerin habe. Im Moment machen wir Photogramme und müssen dafür alle kleine und persönliche Gegenstände mitbringen, die irgendwie für unsere Persönlichkeit stehen. Das ist natürlich etwas schwer für mich, weil ich kaum was hier hab. Also muss ich mir noch was einfallen lassen.


Music Standard

...ist so ziemlich das langweiligste Fach, das ich je hatte. Wird heir gar nicht groß erläutert, weil ichs eh bald aus meinem Plan schmeiße.


Nachdem ich mich für diese Fächer entschieden hatte, musste ich mit der Schuldirektorin in die Aula. Da findet wöchentlich eine Veranstaltung statt, um die Schülerinnen über die neusten Neuigkeiten aufzuklären. Natürlich unvorbereitet und nervös wurde klein Hanna also auf die Bühne geschickt, um sich vorzustellen. Habe ich glaub ich ganz gut gemeistert. Jetzt wissen alle meinen Namen und ich werde den ganzen Tag von irgendwelchen Mädls vollgetextet. Was ganz lustig ist und natürlich besser, als alleine in der Ecke zu stehen. Ich kann also behaupten, schon ordentlich Kontakte geknüpft zu haben. Darunter 5 Mädchen die Liz heißen. Und viele, deren Namen ich längst wieder vergessen habe.


Allgemeine Infos über meine Schule

Also die Schule, auf die ich hier gehe, nennt sich “Burwood Girl's High” und wirbt mit den Farben Blau und Gold. Es handelt sich, wie ihr auch dem Namen entnehmen könnt, um eine Mädchenschule. Wie in allen australischen Schulen gibt es eine Schuluniform, bestehend aus einem blauen Rock, einer weißen Bluse, langer weißer oder schwarzer Socken und wunderhässlichen schwarzen Schuhen. Der Stundenplan ist sehr nach den Bedürfnissen der Schülerausgerichtet:


8.55 - 9.00 Rollcall

Jeder Schüler ist einer Rollcall-Gruppe zugeordnet. Sozusagen eine Klasse. Meine Gruppe trifft sich in der Bücherrei. Ein Lehrer geht alle Namen durch und kontrolliert, wer da ist und wer nicht. Das wars auch eigentlich schon. Außer Mittwochs, denn da ist


8.55 - 9.15 Dear

Bei Dear handelt es sich um eine Zeitperiode, in der alle Schüler sich in ihrer Rollcall-Gruppe zusammenfinden und lesen. Dafür bringt jeder sein eigenes Buch und liest still für sich.

Dadurch verschieben sich natürlich die Zeiten des Stundenplans, ich fahre aber einfach mal mit den Standardzeiten fort.


9.00 - 10.10 Period 1


10.10 – 10.30 Recess


10.30 - 11.50 Period 2


11.50 – 1.10 Period 3


1.10 – 2.00 Lunch

Die Australier essen immer. Da diese Pause ja sogar Lunch heißt, kramen alle sofort ihre riesigen Boxen mit leckerem fertigen Mittagessen raus und schaufeln in sich herein, was nur passt. Es gibt uch eine Mensa, wo man tausende von Leckereien kaufen kann.


2.00 – 3.15 Period 4


Und das wars auch schon. Danach sitz ich meistens noch mit den Mädls, die den selben Bus wie ich “catchen” auf der Wiese und warte auf den Transport. Man muss sich daran gewöhnen, dass es hier alle nicht so genau mit der Zeit nehmen.

Ach nicht zu vergessen: Diese Schule ist wirklich außergewöhnlich gut mit Technik ausgerüstet. In jedem Raum steht für jeden Schüler ein Apple Pc (Affinität zu Apple?) und ein riesiger Touchpad-Bildschirm für die Lehrkraft. Etwa zweimal so groß wie eine deutsche Schultafel. Ich kann diese Technik nicht beschreiben, aber als ich es beim ersten mal gesehen habe stand mir vermutlich der Mund gaaaanz ganz weit offen.


Meine Mitschülerinnen

Man muss schon sagen, dass die Mädchen hier anders drauf sind, als bei uns in Syke. Vielleicht weil es alles Stadtkinder sind? Wer weiß. Es sieht auf jeden Fall erstmal sehr abschreckend aus, wenn wirklich jede mit einem super tollen neuen Handy durch die Gegend rennt (und man muss dazu sagen, dass wirklich die ganze Zeit wie verrückt darauf rumgehackt wird, oder alle rumtelefonieren, wo sie doch nur 50m von einander entfernt sind). Noch dazu baumelt jedem Mädchen ein Ipod um den Hals. Vielleicht profiliert man sich durch solche Dinge, wenn man gezwungenermaßen eine Schuluniform trägt? Um Glück hat der Beliebtheitsstatus hier nichts damit zu tun, ob man nun das neuste Modell, oder eins, das schon ganze 2 Tage alt ist, besitzt. So ein Glück. Einem Mädchen habe ich ein Kompliment für die schönen langen Haare gemacht, weil ich auch endlich wieder welche haben will. Danach stellte sich jedoch raus, dass es sich um Extentions für rund 2000$ handelte und eine handvoll weiterer Mädchen “join”te das Gespräch, stolz berichtend, dass sie die selben Kunsthaare am Kopf kleben hat. Bravo, Glückwunsch. Abgesehen davon, hat jede hier ihren merkwürdigen Schulrock kürzen lassen. Einerseits kann ich es sehr gut verstehen, denn in der Originallänge fühlte selbst ich mich wie eine Nonne, aber andererseits ist es bei manchen wirklich zu kurz geraten. Nach diesen Verschreckenden Informationen merkte ich allerdings, dass der Großteil meiner Mitschülerinnen wirklich nett ist. Am ersten Tag standen mir alle hilfreich zur Seite und führten mich durch die Schule, auf dem Weg zum richtigen Raum (ich bin natürlich immer zu spät gekommen). Anders als erwartet bimmelt kein totaler Zickenalarm in meinen Ohrmuscheln. Aber es gibt sehr ausgeprägte Gruppenbildung. Leider. Jede Pause fragt mich jemand anderes, ob ich bei ihm sitzen möchte, weswegen ich die ganze Zeit hin und her “switch”e. Alle fragen das selbe über Deutschland, alle wollen die selben Wörter übersetzt hören und alle haben die selbe Reaktion auf Winter in Deutschland: “Wow, are you serious? I've never seen snow in my hole life!” Und alle sind gleich nett und interessiert an mir. Planen mich die selben Shoppingtouren und die selben Strandbesuche ein. Und es ist schön, so schnell Anschluss gefunden zu haben. Innerhalb einer Woche auf 2 Geburtstage eingeladen geworden zu sein, zähle ich mal als Erfolg. Sowieso muss ich mal mal eben ein bisschen angeben und euch erzählen dass alle hier mein Englisch als “remarkable” loben. Hihi.



So, genug von der Schule. Ich weihe euch mal in meine Wochenendplanung ein:


Freitag

Am Freitag kam ich wie üblich gegen halb 4 nach der Schule zu Hause an. Danach habe ich Muffins für die Familie gebacken, weil ich grad Lust dazu hatte. “Dring, Dring”, klingelte das Telefon gegen halb 5 und Johannas Stimme tönte aus dem Hörer (Johanna ist ein anderes deutsches Mädchen, das auch hier in Haberfield lebt. Mit ihr saß ich auch schon stuuuuuundenlang im Flieger.). “Huhu Hanna, ich habe dir doch von diesem Openair-Dingsda erzählt. Also wir fahren dahin und du kommst mit. Holen dich um 6h ab. Tschussi!” Okay, so hat sies vermutlich nicht gesagt aber der Inhalt ist schon ganz richtig. Also setzte ich mich mit einem Stück warmen Apfelkuchen mit Eis und Kirschen in den Vorgarten und bestaunte ein bisschen die Straße. Fast pünktlich kamen Mel (Johannas extrovertierte Gastschwester) und Johanna um die Ecke gewatschelt und, nachdem wir ordentlich von meiner Gastmutter ausgefragt wurden nach Handynummern usw, ging es los. Mit Campingstühlen, einer großen Decke und einem Picknickkorb bewaffnet machten Mel, Johanna, Johannas Gasteltern und ich es uns auf dem riesigen Parkgelände des Olympic Parks gemütlich. Um uns herum eine Horde anderer Musicalbegeisterten, denn heute abend sollten auf der Bühne die größten Musicalklassiker dargestellt werden: “Music by Midnight”. Die Sänger waren wirklich spitzenklasse und die Band auch. Und je dunkler es wurde, desto schöner wurde die Atmosphäre. Wirklich beschreiben kann ich es nicht, aber es war ein toller Abend, abgeschlossen mit einem Gruppentanz zu “Timewarp”, weil keiner seine Füße stillhalten konnte.


Samstag

MeinKörper scheint ganz offensichtlich noch immer nicht seinen Rythmusgefunden zu haben und ich wachte wieder um ca 6 Uhr morgens auf. Trotzdem immer eine gute Gelegenheit, um sich bei Icq einzuloggen und mit ein paar Leuten zu kommunizieren. Als ich also der Partygesellschaft bei Meier, die sich gerade auf den Weg zum Abikoma machten, viel Spaß gewünscht hatte, fand ich mich schon im Auto wieder, auf den Weg zum Markt. Dort roch es lecker nach allen möglichen Köstlichkeiten und wir kauften auch nicht zu wenige davon ein. Da die Eltern nicht so oft da sind zum kochen, konnte ich mir verschiedene hausgemachte Quiches und ähnliches aussuchen. Jaaa, die sind lecker! Zu Hause genoss ich mein Lunch und fuhr danach mit Bron in die Innenstadt. Das riesige Einkaufszentrum, in dem wir landeten, nennt sich: Queen Victoria Building. Und ist wahrlich nicht so, wie ihr euch ein Shoppingcenter vorstellt. Ein wunderschönes altes Gebäude, man könnte fast sagen Schloss, mit riesigen Treppen und überdimensionalteuren Geschäften. Bron brauchte ein paar Cds und musste Schuhe reparieren lassen, dann waren wir auch schon wieder zu Hause. Was nicht heißt, dass ich nicht eine halbe Stunde Simpsons-gucken wieder in einem Auto saß. Denn die Uhr hatte 7 mal gedongt, was bedeutete, dass wir uns aufmachen mussten zum Chinese New Year Dinner. Chinatown ist größer und pompöser, als ich es mir vorgestellt hatte. Überall rote und goldfarbene Verzierungen und tanzende Drachen auf der Straße. Das Jahr der Ratte hat begonnen. Das Restaurant, in dem wir uns mit der befreundeten chinesischen Familie trafen, war auch ziemlich.. einzigartig. Irgendwie taten mir aber die Hummer usw in den riesigen Aquarien leid, die später auf meinem Teller bzw in meinem Schälchen landen sollten. Die jüngsten mit mir am Tisch waren Holly (23) und ihr Cousin (22), mit denen ich nach dem Essen noch ein bisschen auf Tour ging. An jeden Platz lagen ein kleiner Teller, eine Schale und Stäbchen. Ja, ihr habt richtig gehört, ich musste alle die 16 (!) Gerichte, die nacheinander aufgetischt wurden, mit Stäbchen essen. Aber ich laube, ich habe es ganz gut gemeistert. Von den tausenden Dingen, die ich an diesem Abend verzehrt habe, will ich vermutlich von der Hälfte nicht wissen, was es war. Auf jeden Fall alles exkuisite Sachen – und das heißt bei den Chinesen schon fast alles. Schmackhaft war es allemal. Ohnehin war es ein sehr netter Ausflug in die Asiatische Kultur und ein bisschen tazen konnte ich ja am Ende auch noch.


Sonntag

Nunja, ich bin grade aufgestanden und musste feststellen, dass mein Laptop schon wieder kein Internet empfägt. Scheint sone Macke von ihm zu sein. Der Plan für heute war, mit Johanna und einer Italienerin, deren Name ich vergessen habe (Jaja, ab in die Ecke mit mir) einkaufen zu gehen. Man schnappt sich einfach einen Bus nach Sydney – die fahren eh alle 10mins – und 20mins später ist man da. Und Hanna brauch unbedigt Klamotten. Und ein Outfit für die 50s-Party am nächsten Wochenende. Will ja nicht als einzige ungestylt da auftauchen.

Jetzt geh ich erstmal frühstücken, morgen hört ihr mehr von mir.


Dicker Kuss an alle,

Hannabumm

10.2.08 01:19
 


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